Das Projekt zum Freischwimmer behandelt das 1956 fertiggestellte Hallenbad Nord in Ludwigshafen am Rhein. Der Entwurf von Professor Schmitt aus den 50er Jahren basiert auf Vorkriegsplänen zum Bau eines repräsentativen Schwimmbades die dann in den Wirtschaftswunderjahren mit Hilfe der in Ludwigshafen ansässigen Industrie verwirklicht wurden.
Nachdem dort 50 Jahre lang bis zu 600 Besucher täglich Schwimmen gingen oder auch lernten verfiel es nach der Schließung in einen Dornröschenschlaf. Die große Schwimmhalle war bereits wieder in Nutzung für technische Anlagen und kulturelle Veranstaltungen, als wir 2016 eine Studie zum Umbau der leerstehenden Gebäudeteile erstellen durften. Die Studie verfolgte die Idee einer Umnutzung zum Gründerzentrum. Die für die neue Nutzung programmatisch notwendigen Elemente wurden dabei mit den vorhandenen Räumen überlagert.
Die ursprüngliche Anlage bestand aus Foyer mit Milchbar und Verwaltung, den Seitenflügeln mit großen Umkleidebereichen, Lehrschwimmbecken und Sauna sowie der großen Schwimmhalle. Durch den Aufbau mit Entrecourt, großer Halle und Jardin ergeben sich Parallelen zu historischen Schlossanlagen oder Kreuzgängen, die mit Elementen wie dem Split-Level zum Hof und der Formensprache der Nachkriegsmoderne kontrastieren.
Größter baulicher Eingriff ist das Öffnen der ehemaligen Umkleidebereiche zum Innenhof um hier große belichtete Räume zu schaffen. Andere architektonische Maßnahmen beschränken sich auf den Einbau prägender Möbelelemente wie das Terrassieren des Lehrschwimmbeckens zu dessen Umwandlung zum Vortragsraum. Die Mehrzahl der Eingriffe beschränkt sich auf programmatische Veränderungen und können als weiche, lesende Strategie zum Umbau verstanden werden.
Wo durch Schadstoffbelastung oder die notwendige Ertüchtigung größere Eingriffe unablässig waren, interpretieren die neuen architektonischen Elemente Motive der Schwimmbadarchitektur. Die dafür gewählten Materialien bieten Eigenschaften von Tief von Widerschein. Ziel war es das Gebäude in seinen zahlreichen Facetten weiterzudenken ohne es zu verfälschen.

Fotografie © Stephan Baumann, Rendering © Daniel Uhrig

nach Oben